The Story of Spirituals & Gospel

Die Religion der Sklaven

In schwarzen Gottesdiensten ist der afrikanische Einfluss unverkennbar. Wenn die Sklaven nach Amerika kamen, brachten sie ihre Überlieferungen, ihren Mehrgottglauben und die religiöse Ekstase mit.

Der Anteil Christen unter den Sklaven war zu Beginn sehr klein. Wohl gingen die Sklaven sonntags mit ihren Besitzern in die Kirche, doch die Predigten dürften sie kaum berührt haben. Erst als sich religiöse Gelehrte in Amerika darauf einigten, dass Christen sehr wohl Sklaven sein durften, war der Weg für die Missionierung geebnet. Methodisten und Baptisten kamen mit ihrer bodenständigen Art des Gottesdienstes bei den Sklaven besonders gut an.

Gottesdienst    

Gottesdienste mit Musik, Tanz und Gesang

Die Leidensgeschichte Jesu berührte die Sklaven sehr. Bald entstanden eigenständige schwarze Kirchen, die afrikanische Religiosität mit der christlichen Lehre vermischten. Da Musik, Tanz und Gesang untrennbar mit dem afrikanischen Alltag verbunden waren, wurden sie zu einem wichtigen Bestandteil der schwarzen Gottesdienste. In der rhythmischen Zwiesprache des Predigers mit der Gemeinde entwickelten sich spontan Lieder, die einen Bibeltext als zentrales Element hatten.

Trommel- und Tanzverbot

Sobald der weisse Klerus Gottesdienst-Elemente als heidnisch erkannte, wurden sie verboten. So verschwanden der Tanz, das Trommeln, die Fetische und Altäre. Aus dem Trommeln wurde das Klatschen oder Stampfen, Rhythmus fand sich im gesprochenen wie im gesungenen Wort. Die Intensität der Gottesdienste wurde wurde denn auch nicht durch das Christentum hervorgerufen, sondern konnte in einen Raum eindringen, in dem seit Jahrunderten jede Religionsausübung mit solcher Intensität betrieben worden war. Religion in sich zu kriegen, war oberstes Ziel.

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